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Archäologie

Zu unserem Angebot gehören viele professionelle Dienstleistungen zur Archäologie.

Aufgabe der Archäologie ist es, die kulturelle Entwicklung des Menschen zu erforschen. Anders als die Geschichtswissenschaft, die sich auf Schriftquellen stützt, befasst sich die Archäologie mit den materiellen Hinterlassenschaften des Menschen, von den ersten Gebrauchsgegenständen der Steinzeit (Paläolithikum bis Neolithikum) über die Metallzeiten (Bronzezeit, Eisenzeit) bis hin zum Mittelalter und in die Neuzeit. Daher eignen sich die Methoden der Archäologie nicht nur zur Erforschung von Bodendenkmälern, sondern auch zur präventiven Baugrund-Recherche aktueller Bauunternehmungen.

Auf diesem Wege wurden von uns im Auftrage von Bauherren nicht nur Bodendenkmäler entdeckt und gesichert, sondern auch Spuren des letzten Krieges und ehemalige, heute aktuell überbaute Müll- und Altlastendeponien. Gehen Gefahren von solchen Deponien aus, so sind häufig die Grundstücksbesitzer für eine Sicherung bzw. Sanierung im Nachhinein zuständig.

Die eingesetzten Methoden in der Archäologie sind dabei immer ähnlich: Zunächst können Schriftquellen oder die archäologische Landesaufnahme erste Hinweise auf im Boden verborgene Güter erbringen. Oft erfolgt im Anschluss daran die Felderkundung, d. h. eine Begehung, ein Suchschnitt oder ein flächiger Bodeneingriff, der dann schon als archäologische Ausgrabung bezeichnet werden kann. Die erkannten Befunde werden dabei in Bild und Schrift festgehalten, die Fundstücke geborgen und katalogisiert (rechts: Teile einer römischen Amphore; Foto Klapp).

Durch Vergleiche mit bereits bekanntem Material sowie durch naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden kann nicht nur das Alter von Fundstücken ermittelt werden, sondern auch ihre Herkunft und ihre Funktion. Die meisten Funde stammen dabei aus alten Siedlungen oder Gräbern, manchmal aber auch aus sogenannten Horten, die als Opfergabe oder aus anderen Gründen vergraben wurden.

Manche Gegenstände lassen auf den sozialen Status des Besitzers schließen, andere auf religiöse Vorstellungen der Menschen, die in der betreffenden Zeit gelebt haben, und wieder andere auf ihre Ess- oder Trinkgewohnheiten. Auf diese Weise versucht man, ein möglichst umfassendes Bild des Lebens in längst vergangenen Zeiten zu erhalten. Die beiden nächsten Fotos zeigen den Gefäßboden eines Grapen (18. Jhd.) auf den Grund eines Sees in Norddeutschland und die dazugehörige 3D-Computeranimation (Fotos Feulner).

römische Amphore
Grapen Grapen 2

Dabei ist der Begriff "vergangene Zeiten" in der Archäologie relativ weit gefaßt. Archäologen beschäftigen sich ebenso mit der Frühzeit des Menschen (Paläolithikum) wie auch mit neuzeitlichen Problemen oder suchen Erklärungsmodellen in der Völker- oder Volkskunde. Damit umfaßt die Archäologie auch Themen von der Industriearchäologie bis hin zur Schlachtfeldarchäologie, die beispielsweise versucht Abläufe aus vergangenen Kriegen zu klären. Letztlich zählt hierzu auch noch die experimentelle Archäologie, die Funktionweisen anthropogener Vorgänge überprüft. Aus der täglichen Praxis von Terra Mare zeigt das Bild unten links eine bronzezeitliche Pfeilspitze (Foto Feulner) und rechts die Überreste eines Granatentrichters aus dem Zweiten Weltkrieg auf einer Grabungsfläche in Bayern, der, wie auch die Pfeilspitze, mit in die Dokumentation einfloss (Foto Ewersen).

Pfeilspitze 2. Weltkrieg, Reste eines Granatentrichters

Für Museen und museumspädagogische Projekt machen wir Ihnen gerne ein Angebot zur Herstellung von Replikaten und Dioramen und stellen aus unserer umfangreichen vor- und frühgeschichtlichen, historischen sowie zoologischen Vergleichssammlung Exponate für Ausstellungen auf Anfrage hin zur Verfügung.

Replika1
Abbildung links: Replikate eines bandkeramischen Dechsels aus Grünstein und Würfel des 14. Jhds. aus Tierknochen. Preise auf Anfrage.